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Tourismusverband. Eine Million Nächtigungen waren im Mostviertel einst ein Ziel. Heute liegt die Region deutlich darüber. Dazwischen liegen drei Jahrzehnte voller Prospekte, Messen, Radwege - und auch ein ziemlich missglückter Schafbraten. Der „Dreißiger" des Tourismusverbands Mostviertel wurde dieser Tage im Saal von „Echt vom Land" in Wolkersdorf (Bezirk Melk) gefeiert. Der Obmann des Verbands, Reinhard Bürgmayr-Posseth, sprach von einem „großen und erfolgreichen Abschnitt", ehe er die Jahre Revue passieren ließ. An die Anfänge erinnerte Alt-Obmann Herwig Lederer: „Ich war von Anfang an dabei. Wir wollten mehr Touristen in die Region locken, das war unsere Aufgabe." Eine der ersten Maßnahmen des Verbands war die Herausgabe einer Gästezeitung. „Wir waren die Ersten, die so etwas gemacht haben", erzählt Lederer. Dazu kamen unzählige Prospekte, die gedruckt und auf Messen verteilt wurden. „Kartons wurden geschleppt und die Region auf den Messen unermüdlich vorgestellt", erinnert sich Lederer. 1997 verzeichnete das Mostviertel 950.000 Nächtigungen. 2006 wurde dann die Millionengrenze überschritten. „Damit waren wir gleichauf mit Lech", sagt Geschäftsführer Andreas Purt stolz. „Nur dass wir dafür 111 Gemeinden gebraucht haben." Im Saal ist Gelächter zu hören. Seit der Gründung wurden zahlreiche Projekte umgesetzt. „Der Meridianradweg, das Reiten, Urlaub am Bauernhof und Mountainbiken zählen zu den ersten Projekten", erzählt Purt. Und dann war da noch der Weltrekord mit dem längsten Krautstrudel. Ob auch der zum Erfolg der Region beigetragen hat? „Geschmeckt hat er auf alle Fälle", so Lederer. Heute kommen vor allem Wanderer und Radfahrer ins Mostviertel. Der Römerweg führt 96 Kilometer von der Schallaburg als Start- und Endpunkt durch das hügelige Alpenvorland und acht Gemeinden. Andere Projekte entstanden durch Zufall und einer Frage: „Wir haben uns mit Produzenten zusammengesetzt und zwei Tage lang philosophiert, wie das Mostviertel schmeckt", erzählt Purt. Dann wurde experimentiert. „Wir haben ein Loch gegraben, es mit Glut gefüllt und ein Schaf darin gebraten. Es hat ekelhaft geschmeckt." Aus dem missglückten Experiment entwickelte sich eine Veranstaltungsreihe, die Experimentierfreude und regionalen Geschmack verbindet. „Heute schmeckt's besser", fügt Purt hinzu. Inzwischen gehören 787 Nächtigungsbetriebe zur Region Mostviertel. 2025 wurden 1.141.207 Nächtigungen gezählt. Der Verband will sich damit nicht zufriedengeben; die Zahl der Gäste soll weiter steigen. Anna MayrKrautstrudel-Rekord
Bei Wanderern und Radfahrern beliebt