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Eine der erfolgreichsten österreichischen Autorinnen ist auch eine der fleißigsten: Bei Theresa Prammer kann es schon mal vorkommen, dass zwei große Krimis in einem Jahr erscheinen. Pro Tag schreibt sie dafür diszipliniert 1.000 Wörter. Kommt man bei so einem Arbeitspensum überhaupt selbst noch zum entspannten Lesen? Aber natürlich!", sagt die Schriftstellerin sofort. „Ohne Buch kann ich nicht einschlafen. Das ist mein liebstes Ritual, manchmal lese ich im Bett sogar zwei Bücher gleichzeitig: einen Roman und ein Sachbuch. Das mache ich auch in wirklich intensiven Schreibphasen - darauf könnte ich einfach nicht verzichten."
Eines von Theresa Prammers Bücherregalen Vergnügen und Arbeit, auch wenn diese Vergnügen bereitet, werden bei Theresa Prammer allerdings streng getrennt. Während sie im Bett ihre Mußestunden mit ihren Büchern teilt, ließt sie zur Recherche ausschließlich in ihrem blauen Ohrensessel - der auch gleichzeitig ihr Schreibsessel ist. Straßenbahn oder Zug sind für die begeisterte Leserin kein Thema? „Das Lesen in der Bim hab ich aufgegeben, weil's mir einfach zu oft passiert, dass ich meine Station verpasse. Da bin ich mittlerweile auf Podcasts umgestiegen", gesteht Theresa Prammer lachend. „Also wenn nicht im Bett, dann lese ich am liebsten im Urlaub am Strand. Da findet man mich auch gleich mal mit einem ganzen Stapel an Büchern." Immer nur mit neuen übrigens, weil nur beim ersten Lesen „bei mir quasi ein Film im Kopf entsteht. Das klappt beim zweiten Mal nicht mehr".
John Irving ist Theresa Prammers absoluter Lieblingsautor. Sie war sogar schon einmal vor seinem Haus in den USA. Hat aber nicht gewagt, anzuläuten ... Dennoch haben ältere Bücher einen ganz besonderen Platz in ihrem Herzen. Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse von Christine Nöstlinger etwa war das erste Buch, das sie als Kind gelesen hat - darin war sie „schockverliebt". Der Weg des Künstlers von Julia Cameron begleitete sie durch ihre Zeit an der Schauspielschule - und Owen Meany von ihrem Lieblingsschriftsteller John Irving brachte sie „zum Weinen und zum Lachen, wie noch kein Buch zuvor". Redakteur bei KURIER freizeit.
Ex-Musiker, spielte in der Steinzeit des Radios das erste Unplugged-Set im FM4-Studio. Der Szene noch immer sehr verbunden. Versucht musikalisches Schubladendenken zu vermeiden, ist an Klassik ebenso interessiert wie an Dance, Hip-Hop, Rock oder Pop. Sonst: Texte aller Art, von philosophischen Farbbetrachtungen bis zu Sozialreportagen aus dem Vorstadt-Beisl. Hat nun, ach! Philosophie, Juristerei und Theaterwissenschaft und leider auch Anglistik durchaus studiert. Dazu noch Vorgeschichte und Hethitologie, ist also auch immer auf der Suche einer archäologischen Sensation. Unter anderem. Über Andreas Bovelino