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Die wichtigsten Neuigkeiten zum Ukraine-Krieg im Überblick. NZZ-Redaktion19.04.2026, 16.54 UhrAktualisiert NZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan. Bitte passen Sie die Einstellungen an. Nach dem Davonlaufen zweier Polizisten bei einer Schiesserei hat der Chef der ukrainischen Patrouillenpolizei, Jewhenij Schukow, die Verantwortung übernommen. «Als kampferfahrener Offizier habe ich beschlossen, meinen Rücktritt von meinem derzeitigen Amt einzureichen. Ich halte das für richtig», sagte der Polizeigeneral bei einer Pressekonferenz in Kiew. Die beiden Streifenpolizisten haben laut ihm «unprofessionell und unwürdig» gehandelt. Es sei ein «sehr beschämender Vorfall». Tags zuvor hatte ein Mann in der ukrainischen Hauptstadt Kiew sechs Menschen erschossen und mehr als ein Dutzend verletzt. Zwei herbeigerufene Polizisten liessen nach Schüssen unbewaffnete Zivilisten im Stich: gegen sie wird dienstlich ermittelt. Eine Antiterroreinheit erschoss den Täter. Die Behörden stufen die Tat als Terroranschlag ein. Das Motiv des 58-jährigen Todesschützen ist bisher ungeklärt. Die Tatwaffe besass er legal. Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht eine Drohnenfabrik in der Stadt Taganrog im russischen Gebiet Rostow getroffen. «Die Zerstörung dieser Anlage wird die Produktionskapazitäten des Feindes für Drohnen verringern. Die Fähigkeit des russischen Aggressors ist geschwächt, Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine durchzuführen», erklärt das Militär über den Messenger-Dienst Telegram. Die Meldung konnte nicht unabhängig verifiziert werden. Die USA lockern angesichts der gestiegenen Energiepreise wegen des Iran-Kriegs ein weiteres Mal für einige Wochen Sanktionen auf russisches Öl. Der Verkauf und die Lieferung von russischem Öl, das bis zur Nacht auf Freitag auf Schiffe geladen wurde, ist bis zur Nacht auf den 16. Mai von amerikanischen Verboten ausgenommen, wie eine Behörde des amerikanischen Finanzministeriums mitteilte. Die USA versuchen damit erneut, globale Energiemärkte zu beruhigen. Eine solche Ausnahme hatten die USA bereits Mitte März gemacht, die bis zum 11. April dauerte. Kritiker bemängelten, Russland werde dadurch finanziell gestärkt. Der Kreml nutzt die Einnahmen aus der Ölindustrie zur Finanzierung seines Kriegs gegen die Ukraine. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russisch besetzte Marinestadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim ist laut Behördenangaben in der Nacht ein Öldepot in Brand geraten. Das Feuer in einem Tank mit Kraftstoffresten sei durch abgeschossene Drohnen ausgelöst worden, schrieb der Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschaiew, auf der Plattform Telegram. Der Brand habe keine Auswirkungen auf die Treibstoffversorgung von Sewastopol. Verletzte gebe es keine, hiess es weiter. Darüber hinaus habe die Flugabwehr über der Stadt zwei weitere Drohnen abgeschossen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Weissrussland hat laut Angaben aus Kiew in grenznahen Gebieten zur Ukraine mit dem Ausbau von Strassen und dem Bau von Artilleriestellungen begonnen. «Wir gehen davon aus, dass Russland ein weiteres Mal versuchen wird, Weissrussland in seinen Krieg [gegen die Ukraine] hineinzuziehen», schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski auf Telegram. Er habe Anweisung gegeben, Minsk vor den Folgen zu warnen. Die Ukraine sei bereit, ihr Hoheitsgebiet und ihre Unabhängigkeit zu verteidigen. Belege für die Bautätigkeiten in Weissrussland legte Selenski nicht vor. Im Februar 2022 war die russische Armee auch von weissrussischem Territorium in die Ukraine einmarschiert. Була доповідь Головкома Олександра Сирського. Перш за все по фронту - дякую всім нашим підрозділам, які зберігають позиції та стримують російські штурми. У квітні зберігається високий темп знищення окупантів. Росіянам не вдається перехопити фронтову ініціативу, і це важливо.… Der ukrainische Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Tuapse hat einen Grossbrand der dortigen Ölanlagen verursacht. Rettungskräfte der Region Krasnodar berichteten, dass Löscharbeiten im Gang seien, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldet. Bis jetzt fehlt die sonst übliche Meldung, dass der Brand eingedämmt oder gelöscht sei. Fotos in sozialen Netzwerken zeigen eine kilometerhohe schwarze Rauchsäule über dem Hafen von Tuapse. Das Kommando der ukrainischen Armeespezialeinheiten teilt mit, es seien die Ölverladeanlagen wie Objekte der örtlichen Raffinerie beschädigt worden. Der Komplex gehört dem grössten russischen Ölkonzern Rosneft. Die Ukraine hat weitere russische Ziele am Schwarzen Meer angegriffen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen Kiewer Kommandanten der Drohnenstreitkräfte. Konkret soll das ukrainische Militär einerseits ein russisches Öllager auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim getroffen haben. Andererseits soll auch der südliche Teil des russischen Hafens in Tuapse attackiert worden sein. In der russischen Region Krasnodar am Schwarzen Meer sind nach russischen Behördenangaben zwei Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden. Unter den Toten sei eine 14-Jährige, teilte der Gouverneur Weniamin Kondratjew in den sozialen Netzwerken mit. Verletzt wurden laut ihm sieben Menschen. Im Landkreis Tuapse sei ein Notstand ausgerufen worden. Drohnentrümmer beschädigten laut offiziellen Angaben 24 Privathäuser und 6 Mehrfamilienhäuser, 2 Bildungseinrichtungen und 1 Musikschule. Trümmer seien auch auf das Gelände einer Fabrik im Hafengebiet gefallen. In Noworossisk sei auf einem zivilen Schiff ein Feuer durch Drohnentrümmer entstanden, es sei aber schnell gelöscht worden, schrieb Kondratjew. Eine Person sei verletzt worden. Am Schwarzen Meer sind Noworossisk und Tuapse die wichtigsten Häfen für den russischen Ölexport. In Tuapse gibt es auch eine grosse Raffinerie. Bei massiven russischen Angriffen sind in der ukrainischen Hafenstadt Odessa mindestens acht Menschen getötet worden. 16 Menschen seien verletzt worden, schrieb der Militärverwaltungschef Serhi Lisak auf Telegram. Moskau habe in mehreren Wellen mit Raketen und Drohnen angegriffen. Auch Infrastruktureinrichtungen und Gebäude seien beschädigt worden.Sonntag, 19. 4.
16.51 Uhr: Chef der Patrouillenpolizei reicht Rücktritt ein
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08.57 Uhr: Ukraine trifft russische Drohnenfabrik
Samstag, 18. 4.
05.35 Uhr: USA lockern erneut Sanktionen auf russisches Öl
04.33 Uhr: Ukrainische Drohnenangriffe auf Krim-Stadt Sewastopol
Freitag, 17. 4.
21.04 Uhr: Selenski warnt Weissrussland vor Beteiligung an Krieg
Donnerstag, 16. 4.
21.50 Uhr: Grossbrand russischer Ölanlagen nach Drohnenangriff
12.12 Uhr: Die Ukraine greift russisches Öllager auf der Krim an
11.30 Uhr: Russen durch ukrainische Drohnenangriffe getötet
08.36 Uhr: Mindestens acht Tote in Odessa
06.09 Uhr: Tote in Kiew und Dnipro
Die Feuerwehrleute versuchen, die Brände unter Kontrolle zu bringen.
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist in der Nacht einmal mehr von einer Welle russischer Luftangriffe getroffen worden. Dabei seien mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen ein Kind, schrieb Kiews Militärverwalter Timur Tkatschenko auf Telegram. Zudem seien 18 Menschen verletzt worden. Nach Angaben von Bürgermeister Witali Klitschko war das getötete Kind 12 Jahre alt, eine getötete Frau 35 Jahre.
Luftalarm wurde auch in anderen Regionen des Landes ausgelöst. In Dnipro, der viertgrössten Stadt der Ukraine, kamen bei einem russischen Raketenangriff mindestens zwei Menschen ums Leben, 27 weitere wurden verletzt, wie der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram schrieb. Fünf der Verletzten seien in Lebensgefahr. Mehrere Häuser in Wohngebieten brannten. Bereits vor wenigen Tagen waren bei einem Raketenangriff auf die Industriestadt mindestens fünf Menschen getötet worden.
Reuters
Beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Wohnblock in der ukrainischen Hafenstadt Odessa ist am Abend mindestens eine Person getötet worden. Bei dem Opfer handle es sich um einen knapp 60-jährigen Mann, schrieb Gouverneur Oleh Kiper bei Telegram. Insgesamt seien sechs Personen verletzt worden.
Den Bildern nach wurde die Fassade über mehrere Etagen hinweg in Mitleidenschaft gezogen. Drei Wohnungen seien beschädigt, eine weitere komplett zerstört worden, teilte Kiper mit.
Das russische Verteidigungsministerium hat mit scharfer Kritik und der Veröffentlichung der Adressen europäischer Rüstungsfirmen auf die angekündigten neuen Drohnenlieferungen an die Ukraine reagiert. Die Produktion von Drohnen für das ukrainische Militär soll durch in Europa gelegene Fabriken stark ausgebaut werden, klagte das Ministerium bei Telegram. «Wir werten diesen Beschluss als bewussten Schritt, der zu einer scharfen Eskalation der militärisch-politischen Lage auf dem ganzen europäischen Kontinent und der schleichenden Verwandlung dieser Länder in das strategische Hinterland der Ukraine führt», heisst es darin.
Die Länder, die Drohnen für die Ukraine produzierten, würden in den Krieg mit Russland hineingezogen, heisst es in der Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums. Genannt werden auch zwei Adressen in München und eine in Hanau, wo angeblich Drohnen für die Ukraine produziert werden. Wegen Sabotagegefahr werden die Standorte der Betriebe in Deutschland geheim gehalten.
Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew, der als Vizechef des Rats für nationale Sicherheit immer noch grossen Einfluss hat, bezeichnete auf der Plattform X die aufgeführten Unternehmen als «Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte». Wie schnell solche Schläge Realität würden, hänge von der weiteren Entwicklung ab, sagte er drohend.
Die Kritik des russischen Verteidigungsministeriums erfolgt vor dem Hintergrund weiterer Hilfszusagen an Kiew bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin.
Russian Defense Ministry's statement must be taken literally: the list of European facilities which make drones & other equipment is a list of potential targets for the Russian armed forces. When strikes become a reality depends on what comes next. Sleep well, European partners!
— Dmitry Medvedev (@MedvedevRussiaE) April 15, 2026
Die Unterstützerstaaten der Ukraine haben dem von Russland angegriffenen Land demonstrativ ihren weiteren Beistand zugesagt. «Wir haben heute - und das war sehr wichtig - alle unsere Verpflichtungen gegenüber der Ukraine bekräftigt», sagte der Nato-Generalsekretär Mark Rutte nach einer Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin. «Wir halten unsere starke Unterstützung aufrecht. Die Ukraine kann sich weiterhin auf uns verlassen», versicherte Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius seinem ukrainischen Kollegen Michailo Fedorow.
Der Kreml-Chef Wladimir Putin habe zwar für das orthodoxe Osterfest eine Waffenruhe verkündet. Diese sei aber 2000 Mal gebrochen worden und habe nur für Ostern gegolten. «Jetzt geht der Terror weiter», betonte Pistorius. Russland profitiere von den gegenwärtigen Entwicklungen im Mittleren Osten. «Die steigenden Ölpreise spülen Geld in die für den Krieg bestimmten Geldkoffer von Putin, mindestens für den Moment», sagte Pistorius.
Die militärischen Unterstützer der Ukraine trafen sich in Berlin auf Einladung von Pistorius. Deutschland und Grossbritannien hatten im April 2025 gemeinsam die Leitung der sogenannten Ukraine Defense Contact Group übernommen.
Mike Schmidt / Imago
Vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe hat Grossbritannien dem Land 120 000 Drohnen für den Abwehrkrieg gegen Russland zugesagt.
Bei dem bislang grössten britischen Drohnenpaket handle es sich um weitreichende Angriffsdrohnen, Aufklärungsdrohnen, Logistikdrohnen und solche mit maritimen Fähigkeiten, meldete die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Regierungsangaben.
«Dieser grosse Schwung an kampferprobten Drohnen wird den ukrainischen Streitkräften die Fähigkeiten verleihen, die sie brauchen, um ihr Volk zu verteidigen und die russische Aggression abzuwehren», sagte der britische Verteidigungsminister John Healey laut PA. Drohnen spielen eine zunehmend bedeutungsvolle Rolle auf dem Schlachtfeld.
Erwartet werde auch, dass Finanzministerin Rachel Reeves 752 Millionen Pfund (etwa 865 Millionen Euro) aus einem Milliarden-Hilfskredit für die Ukraine freigeben werde.
Die ukrainische Armee hat eine Chemiefabrik in der russischen Stadt Sterlitamak mit Kampfdrohnen angegriffen. Das Oberhaupt der Teilrepublik Baschkortostan, Radi Chabirow, bestätigte den Angriff, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Er hielt sich an die übliche Darstellung, dass Trümmer abgeschossener Drohnen auf eine Industrieanlage gestürzt seien. Der entstandene Brand werde gelöscht. Von direkten Treffern ist in offiziellen russischen Mitteilungen selten die Rede.
Videos aus sozialen Netzwerken legten nahe, dass der Angriff dem petrochemischen Kombinat in Sterlitamak galt. Es produziert unter anderem Flugbenzin. Angaben zu Schäden wurden nicht gemacht. Baschkortostan liegt östlich von Moskau im Süden des Uralgebirges. Von der Ukraine ist die Region etwa 1300 Kilometer entfernt.
In der zentralukrainischen Stadt Tscherkasi ist nach Behördenangaben ein achtjähriger Junge durch einen russischen Drohnenangriff getötet worden. Weitere vierzehn Menschen seien verletzt worden, schrieb der Gouverneur Ihor Taburez bei Telegram. Vier Hochhäuser seien beschädigt worden.
Beim Treffen des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski drängte Merz darauf, dass ukrainische Männer im wehrfähigen Alter in ihr Heimatland zurückkehren.
Selenski signalisierte Bereitschaft, die entsprechenden Anstrengungen zu verstärken. Es gehe um Gerechtigkeit, da viele Soldaten an der Front auf Ablösung angewiesen seien. Jeder ukrainische Bürger im wehrfähigen Alter, der die Kraft dazu habe, habe eine verfassungsmässige Pflicht, Verantwortung zu übernehmen.
Kiew hatte im vergangenen Sommer die Ausreise für Männer im Alter von 18 bis 23 Jahren wieder erlaubt. Unter Berufung auf EU-Daten bezifferte der ukrainische Sozialminister die Zahl der seit August 2025 ausgereisten Männer dieser Altersgruppe auf rund 400 000.
Durch einen russischen Raketenangriff auf die ukrainische Industriestadt Dnipro sind laut Behördenangaben mindestens fünf Personen getötet worden. Mindestens 25 Zivilisten seien verletzt worden, von ihnen 10 schwer, schrieb der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram. Die ukrainische Luftwaffe meldete zuvor den Anflug einer ballistischen Rakete aus Russland auf die Grossstadt.
Deutschland will einen Vertrag der Ukraine mit dem Rüstungsunternehmen Raytheon über die Lieferung von mehreren hundert Patriot-Raketen finanzieren.
Darüber hinaus sei mit dem deutschen Unternehmen Diehl Defence die Lieferung weiterer Startgeräte für Iris-T-Flugabwehrsysteme vereinbart worden, teilte das deutsche Verteidigungsministerium in Berlin nach Regierungskonsultationen mit der Ukraine mit. «Auch dieses Vorhaben wird von Deutschland finanziert und wird den Schutz kritischer Infrastrukturen und Städte erheblich verbessern», wurde dazu erklärt.
Zusätzlich haben Deutschland und die Ukraine die Produktion von Drohnen mittlerer und hoher Reichweite vereinbart. Weiter wird Deutschland die Ukraine bei der Finanzierung sogenannter Deep-Strike-Fähigkeiten - dabei geht es um weitreichende Präzisionswaffen - unterstützen. Dazu gehört laut dem Verteidigungsministerium eine Investition in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro.
DTS-Nachrichtenagentur / Imago
Russische Drohnen haben in der Nacht den ukrainischen Hafen Ismail in der südlichen Region Odessa angegriffen und dabei ein unter panamaischer Flagge fahrendes Zivilschiff beschädigt. Das teilen ukrainische Behördenvertreter mit. Im gesamten Hafengebiet seien mehrere Treffer verzeichnet worden, sagte der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Olexi Kuleba und fügte hinzu, dass auch einzelne Infrastruktureinrichtungen und Ausrüstung beschädigt worden seien. «Der Feind greift erneut gezielt kritische Infrastruktur und Logistik in der Region Odessa an», erklärte Kuleba über den Messaging-Dienst Telegram. Einer der Angriffe habe einen Brand ausgelöst, der jedoch schnell gelöscht worden sei.
Nach einer Waffenruhe über das orthodoxe Osterfest hat die ukrainische Armee mit Langstreckendrohnen eine Chemiefabrik im Norden Russlands beschossen. Ziel sei ein Ammoniakwerk in Tscherepowez etwa 400 Kilometer nördlich von Moskau gewesen, schrieb der Kommandant der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, auf Telegram. Die Fabrik stelle jährlich mehrere hunderttausend Tonnen Ammoniak, Salpeter und Salpetersäure her, die zur Produktion von Sprengstoff verwendet würden.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat in seiner Osterbotschaft den Mut und die Standhaftigkeit seiner Landsleute im inzwischen fünften Jahr des russischen Angriffskrieges gewürdigt. Das Land habe gerade den schwersten Winter seiner Geschichte überstanden, sagte Selenski mit Blick auf die heftigen russischen Angriffe auf ukrainische Energieanlagen. Die Ukraine verteidige sich unerschütterlich. «Damit auf das fünfte Osterfest in Kriegszeiten das erste friedliche Osterfest folgt. In unserem ganzen Land, für alle unsere Menschen», sagte Selenski, der mit seiner Frau Olena in der Sophienkathedrale in Kiew auftrat.
Die orthodoxen Christen feiern in diesem Jahr eine Woche nach den westlichen Kirchen Ostern. «Wir vertrauen nicht nur auf die himmlischen Mächte, sondern auch auf unsere Sicherheits- und Verteidigungskräfte», sagte Selenski. Das Land hoffe auf die Treffsicherheit seiner Waffen. Der Präsident appellierte im fünften Kriegsjahr auch an den Zusammenhalt der Ukrainer.
Die Ukraine hat Russland Hunderte Verstösse gegen die vom Kremlchef Wladimir Putin angeordnete Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vorgeworfen. Der ukrainische Generalstab in Kiew teilte am Abend mit, dass er 469 Verletzungen registriert habe. Es habe nicht nur Hunderte Angriffe mit Drohnen gegeben, sondern auch 153 Fälle von Beschuss und 22 Erstürmungen. Eine offizielle Aufkündigung der Waffenruhe, die 32 Stunden lang bis Sonntagabend gelten solle, habe es aber laut dem Generalstab nicht gegeben. Beide Seiten beklagen Verstösse, die meisten davon meldet Kiew.
Eine russische Reaktion auf die ukrainischen Vorwürfe lag zunächst nicht vor. Die Stadtverwaltung in der von Russland kontrollierten Stadt Nowa Kachowka im südukrainischen Gebiet Cherson berichtete kurz nach Beginn der Waffenruhe über Drohnenangriffe sowie mindestens einen Verletzten.
Sergey Dolzhenko / EPA
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ist eine kurzzeitige Waffenruhe anlässlich des orthodoxen Osterfests offiziell in Kraft getreten. Der russische Präsident Wladimir Putin setzte sie für insgesamt 32 Stunden an - und zwar von Samstagnachmittag, 16 Uhr Ortszeit (15 Uhr MESZ), bis Mitternacht am Sonntag (23 Uhr MESZ). Der Kreml sprach von einer humanitären Geste, weil der Feiertag sowohl für die Menschen in Russland als auch für die Menschen in der Ukraine eine zentrale Bedeutung habe.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte selbst mehrfach eine solche Oster-Waffenruhe vorgeschlagen und stimmte nach Putins Ankündigung am Donnerstagabend auch prompt zu. Allerdings kündigten beide Seiten an, auf mögliche Verstösse gegen die Waffenruhe zu antworten. Bei zeitlich begrenzten Feuerpausen in der Vergangenheit hatten sich beide Seiten stets zahlreiche Verstösse vorgeworfen. Unmittelbar nach dem Start der Oster-Waffenruhe gab es keine Klagen über Verstösse.
Russland und die Ukraine haben vor Beginn einer geplanten Oster-Waffenruhe nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau jeweils 175 Kriegsgefangene freigelassen. «Zudem wurden sieben Bürger der Russischen Föderation zurückgebracht, die vom Kiewer Regime unrechtmässig festgehalten wurden», teilt das Ministerium mit. Es handle sich um Einwohner der Region Kursk. Das Ministerium dankte auch den Vereinigten Arabischen Emiraten für die Vermittlung des Gefangenenaustauschs.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bestätigt die Aktion. «175 Soldaten. Soldaten der Streitkräfte, Angehörige der Nationalgarde, Grenzschutzbeamte. Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere. Und sieben Zivilisten», teilt er bei Telegram mit.
«Unsere Soldaten haben die Ukraine an verschiedenen Fronten verteidigt: in Mariupol, am Tschernobyl-Kraftwerk, in den Gebieten Donezk, Luhansk, Charkiw, Cherson, Saporischja, Sumi, Kiew und Kursk», sagte Selenski. «Unter ihnen sind Verwundete. Die meisten waren seit 2022 in Gefangenschaft. Und endlich - zu Hause.»
Vor der angekündigten Waffenruhe für das orthodoxe Osterfest, die am Nachmittag um 16 Uhr beginnt, haben Russland und die Ukraine ihre Drohnenangriffe fortgesetzt. In Odessa am Schwarzen Meer wurden laut den Behörden mindestens zwei Personen getötet. Es habe auch Verletzte, Schäden an vielen Wohnhäusern und an einem Kindergarten gegeben, teilte die Verwaltung der ukrainischen Stadt mit.
Die Stadt Sumi im Nordosten der Ukraine meldete nach russischen Angriffen mindestens siebzehn Verletzte sowie ebenfalls Schäden an Wohnhäusern, einem Kindergarten und zahlreichen Autos.
Das russische Verteidigungsministerium sprach am Morgen von 99 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. Zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium keine Angaben.
Der ukrainische Verteidigungsminister Michailo Fedorow hat bei einem Telefonat mit seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius für den 15. April ein neues Treffen im sogenannten Ramstein-Format vereinbart. Bei den Gesprächen der Ukraine-Kontaktgruppe solle es darum gehen, wie Russland zu einem Frieden gezwungen werden könne, teilte das Ministerium in Kiew mit.
Vom Bundesverteidigungsministerium gab es zunächst keine Informationen zu dem Telefonat. Unklar war auch, ob die Gespräche per Videoschalte oder an einem konkreten Ort laufen sollen. Seit 2022 hat es im Rahmen des in Ramstein gegründeten Formats, zu dem auch Deutschland gehört, Dutzende Sitzungen gegeben.
«Den Partnern werden vorrangige Bereiche der Zusammenarbeit vorgestellt, insbesondere bei der Stärkung der Flugabwehr, der Entwicklung von Drohnensystemen sowie beim Austausch von Daten und Technologien», hiess es in der Mitteilung aus Kiew. Nach ukrainischen Angaben bereiten die Ukraine und Deutschland eine Reihe gemeinsamer Projekte vor, die «in naher Zukunft» umgesetzt werden sollen.
Dabei gehe es um eine Verstärkung der Flugabwehrsysteme, die Finanzierung von Drohnen und die Entwicklung gemeinsamer technologischer Lösungen, darunter innovative Laserwaffen. Fedorow dankte laut der Mitteilung Pistorius auch für die Unterstützung Deutschlands beim Schutz der Ukrainer und der Infrastruktur während des Winters.
Kurz vor Ablauf einer zeitlich begrenzten Lockerung der amerikanischen Sanktionen auf russisches Öl ist der für Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland zuständige Kreml-Gesandte Kirill Dmitrijew zu Gesprächen in die USA gereist. «Kirill Dmitrijew leitet eine Gruppe zu wirtschaftlichen Fragen, und er führt die Arbeit im Rahmen dieser Gruppe fort», sagte der Kremlsprecher Dmitri Peskow laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Dmitrijew führe keine Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs, sagte Peskow. Sein Besuch bedeute keine Wiederaufnahme der Verhandlungen.
Die USA hatten wegen des inzwischen seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Sanktionen gegen Moskau verhängt. Nachdem die Ölpreise infolge des Iran-Kriegs drastisch gestiegen waren, erlaubte Washington vorübergehend wieder den Verkauf von russischem Öl, das sich bereits auf Schiffen befinde. Diese Ausnahme soll bis morgen gelten.
Sergei Ilnitsky / EPA
Die Ukraine hat Russland laut Moskauer Militärangaben in der Nacht mit einem massiven Drohnenangriff attackiert. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es seien 151 gegnerische Kampfdrohnen abgewehrt worden.
Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, doch gemäss den Zahlen waren die Gebiete Wolgograd an der Wolga und Rostow im Süden Schwerpunkte der Angriffe. Seit Donnerstagabend verhängte die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija an mehr als 25 Flughäfen Einschränkungen des Betriebs.
In Swetly Jar im russischen Gebiet Wolgograd wurde nach Angaben des Gouverneurs Andrei Botscharow ein Öltank durch den Drohnenangriff in Brand gesetzt. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass. In Swetly Jar gibt es eine Chemiefabrik. In der Nähe liegt aber auch die Raffinerie von Wolgograd, eine der grössten in Russland, die ebenfalls schon mehrfach angegriffen wurde.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die vom Kremlchef Wladimir Putin angekündigte Waffenruhe im Ukraine-Krieg anlässlich des orthodoxen Osterfests bestätigt. «Wir haben eine Waffenruhe über die Osterfeiertage in diesem Jahr vorgeschlagen und werden entsprechend handeln», schrieb er in den sozialen Netzwerken. Die Menschen brauchten ein Osterfest ohne Bedrohungen und echte Bewegung zum Frieden, und Russland habe die Chance, auch nach Ostern nicht zu Angriffen zurückzukehren, schrieb Selenski.
Ukraine has repeatedly stated that we are ready for symmetrical steps. We proposed a ceasefire during the Easter holidays this year and will act accordingly. People need an Easter free from threats and real movement toward peace, and Russia has a chance not to return to strikes…
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) April 9, 2026
Der russische Präsident Wladimir Putin hat laut Angaben des Kremls anlässlich des orthodoxen Osterfests eine Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine verkündet. Sie soll am Samstag um 16 Uhr (15 Uhr MESZ) beginnen und den gesamten Sonntag andauern. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte jüngst mehrfach eine Waffenruhe über die Osterfeiertage gefordert.
Russland hat der Ukraine die sterblichen Überreste von tausend gefallenen ukrainischen Soldaten im Austausch gegen 41 gefallene Russen übergeben. Das schreibt die russische Zeitung «RBK» unter Berufung auf den russischen Duma-Abgeordneten Schamsail Saralijew. Der letzte Austausch gefallener Soldaten fand im Februar statt. Der Austausch von Gefangenen und Gefallenen ist mit das Einzige, worauf sich die Ukraine und Russland in ihren Verhandlungen einigen können.
Mit Agenturmaterial.
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